Jede Webseite benötigt einen Speicherort – oftmals als Webspace bezeichnet – der die eigene Webseite rund um die Uhr erreichbar macht. Alle Bestandteile der Homepage werden mithilfe eines FTP Programms auf den Webspace hochgeladen. Je nach Komplexität der Webseite können die für die Funktion der Homepage benötigten HTML Seiten, Datenbanken, Skripte und Medien et cetera abgelegt und eingebunden werden.

Dieser Artikel befasst sich mit den Fragen, wodurch sich gutes Hosting auszeichnet, welche Formen von Hosting auf dem Markt zu finden sind und wie das Hosting Einfluss auf das Ranking Ihrer Homepage haben können. Des weiteren soll dieser Artikel deutlich machen, wie wichtig die Wahl eines guten Dienstes für die Besucher Ihrer Seite ist und wie Ihre Entscheidung das SEO Ihrer Internetseite beeinflussen kann.

Wichtige Merkmale von gutem Hosting

Funktionalität und Umfang

Einige aus heutiger Sicht moderne Shopsysteme haben höhere Softwarevoraussetzungen wie z.B. PHP 7 und MySQL 5.5. Werden diese oder andere funktionelle Voraussetzungen nicht erfüllt, dann kann bereits die Installation scheitern.

Den Speicherplatzbedarf gilt es im Vorfeld abzuschätzen, damit der vorhandene Webspace nicht eines Tages unerwarteterweise verbraucht ist. Der benötigte Speicherplatz hängt von der verwendeten Softwarelösung ab, wieviele Bilder und andere Multimedia Inhalte schätzungsweise eingesetzt werden sollen. Planen Sie für den Speicherplatz eine großzügige Reserve ein (das 3-fache der errechneten Größe). 5GB Speicherplatz sollten für kleinere Projekte genügen. Betreiber von größeren Shopsystemen oder Forenbetreiber sollten mehr Speicherplatz buchen.

Schätzen Sie die Menge der benötigten Datenbanken ein. Einige Hoster schränken ihre günstigeren Angebote häufig auch bei der Anzahl der nutzbaren MySQL Datenbanken ein.

Weitere Unterschiede finden sich beim Mailserver. Einfaches Erstellen von Postfächern, individuelle konfigurierbare Weiterleitungen, wahlweise Zugriff über POP3 oder IMAP, Mailversand über Kontaktformulare mit SMTP, Verschlüsselung et cetera seien hier genannt.

Storage Server im Rechenzentrum

Storage Server in einem modernen Rechenzentrum

Komfort vs. Individualität beim Hosting

Die meisten Hoster bieten ihren Kunden eine umfangreiche graphische Oberfläche, unter welcher selbst Anfänger alles nötige zum Betrieb der Webseite vorfinden. Das erleichtert eine Die Support Mitarbeiter sind geschult für diese Oberfläche und können bei Fragen i.d.R. zielgerichtete Lösungen bieten.

Dokumentation

Eine gute Dokumentation hilft Ihnen beim Einbinden der Dienste Ihrer Webseite auf dem Server. Sie hilft bei der Konfiguration des Mailversands, bei der Webserverkonfiguration, beim Error-Logging et cetera. Mithilfe einer ausführlichen Dokumentation können Sie beim Störungen oder beim Einbinden neuer Funktionen selbst besser einschätzen, ob der Fehler beim Server oder bei der Webseite liegt.

Sicherheit

Der Speicherort muss sicher sein und vor möglichen Angreifern gut geschützt sein. Der Hoster sollte das Einbinden eines SSL Zertifikats ermöglichen.

Erreichbarkeit

Die Webseite sollte gut erreichbar sein und auch bei viel Last auf dem Server keine Probleme damit haben, den Content zügig zu laden. Besonders bei überbuchten Servern und bei langsamen Speichersystemen kann es zu auffällig hohen Latenzen und damit verbundenen langen Ladezeiten kommen.

Geschwindigkeit

Neben der SEO Optimierung Ihrer Webseite ist das Hosting ein weiterer Bestandteil Ihres Projekts, auf den Sie direkten Einfluss haben. Die Ladezeit einer Webseite ist ein (einer von vielen) Google Rankingfaktor.

Übersicht verschiedener Hosting Angebote

Shared Hosting

Diese Form des Hostings wird häufig als „Webhosting“ angeboten und stellt eine besonders preiswerte Form des Hostings dar. Beim Shared Hosting stehen alle Ressourcen eines Servers allen Benutzern und derer Webprojekte zur Verfügung. Von Anbieter zu Anbieter liegen beim Webhosting sehr große Unterschiede bei der Funktionalität und Leistungsfähigkeit. Das Shared Hosting ist, meiner Meinung nach, grundsätzlich etwas in Verruf geraten. Einige Hoster tendieren nämlich dazu, den Shared Server zu überbuchen, weil so kalkuliert wird, dass eine Vielzahl der angelegten Webseiten eh nur eine Art Visitenkarte oder eine Vereins-Homepage sein wird und deswegen wenig Traffic und Ressourcen verbrauchen werden. Die Server werden mit sehr vielen Benutzern bis ans Limit ausgelastet. In solchen Fällen wären keine Ressourcen frei, um aufwändige gestaltete Seiten mit umfangreichen Inhalten ausreichend gut zu laden wenn diese auch steigende Besucherzahlen aufweisen würden. Solches Massenhosting ist bei Shared Hosting aber keineswegs allgemeingültig. Andere Anbieter achten sehr bewusst darauf, dass keine Überbuchung stattfindet. Auch bieten bessere Hoster ihren Benutzern beim Shared Hosting sehr viele Möglichkeiten zur Verwirklichung der eigenen Projekte an. Gutes Shared Hosting hat einen leistungsstarken Server, dessen Ressourcen sich verhältnismäßig wenige Benutzer teilen. Weil Ressourcen nicht immer gleichzeitig benötigt werden, kann eine gute Hardware- und Softwarebasis auch beim Shared Hosting zu einem guten Ergebnis führen. Wenn man Pech hat und viele Benutzer auf dem Server zu einer bestimmten Zeit Ressourcen benötigen, dann bleibt ein nur kleiner Prozentsatz der Ressourcen zur eigenen Verfügung über. Für versierte Benutzer ist bei manchen Anbietern das preiswerte Einbinden eigener SSL Zertifikate für HTTPS möglich. Eine eigene IP-Adresse ist beim Shared Hosting nicht möglich. Die Hoster kümmern sich um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei allen Benutzern auf dem Server, jedoch nicht um die Qualität dieser Webseiten, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass sich Internetseiten mit Inhalten, die Google als Spam einstuft, mit Ihrer Webseite die gleiche IP-Adresse teilen.

Managed vServer

Mithilfe eines Managed vServers kann sichergestellt werden, dass jederzeit eine festgelegte Menge an Ressourcen zur Verfügung steht. Der Anbieter sorgt (managed) dabei für die Pflege der benötigten Softwarepakete und ist verantwortlich für einen sicheren Betrieb. Der Hoster stellt die Verwendung aller vereinbarten Funktionen sicher. Managed vServer werden häufig anhand von CPU Rechenleistung, RAM Hauptspeicher, Speicherplatz und der Anzahl der MySQL Datenbanken definiert. Bedauerlicherweise fehlen besonders in den Bereichen CPU und Festspeichersystem genaue Angaben zur Leistungsfähigkeit. Das Festspeichersystem besteht oftmals aus Festplatten RAID System, dass sich mehrere Benutzer teilen. Es ist sehr schwer, einem vServer Benutzer eine festgelegte Leistung des Festplatten Speichersystems zu garantieren. Optional bieten einige Anbieter gegen Aufpreis den Einsatz von SSD Speichersystemen, welche bei vielen Zugriffen deutlich geringere Latenzen und somit schnellere Reaktionszeiten ermöglichen. Bei bestimmten Hosting Angeboten kann einer festgelegten Anzahl von Datenbanken, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten dürfen, ein Teil des Hauptspeichers zugesichert werden. Besonders große Shopsysteme mit hundert-tausenden Artikeln in ihrer Datenbank profitieren von dieser Methode.

Bedauerlicherweise werden beim Managed vServer in der Regel weder die konkrete Hardwareausstattung, noch die tatsächliche „vCPU“ Leistung näher definiert. Die vCPU ist ein zu einem festen Teil eingeschränkter Teil an Rechenleistung der gesamten CPU Rechenleistung. Das Einbinden von SSL Zertifikaten und somit die Verwendung von HTTPS funktioniert oftmals nur mit den vom Hoster angebotenen SSL Zertifikaten. Die Verwendung solcher Zertifikate ist zwar teurer aber einfacher. Ein vSever bietet eine eigene IP-Adresse. Somit hat ein bad neighborhood keinen Einfluss auf die eigene Webseite.

Managed Root vServer

Diese Form des vServers ist eher selten anzutreffen und unterscheidet sich zu den Merkmalen des Managed vServers darin, dass die Verwaltung der Softwarepakete durch den Benutzer vorgenommen wird. Vorteile können darin bestehen, dass der Benutzer dadurch weitere Softwarepakete installieren und damit die Funktionalität erweitern kann. Der Nachteil besteht darin, dass auch der Benutzer für die Instandhaltung der Funktionalität und Sicherheit der Webseite verantwortlich ist.

Managed Server

beim Managed Server handelt es sich um einen Dedicated (dem Besitzer gewidmet) Webserver bietet alle Vorteile des Managed vServers. Der Managed Server ist ein Server, auf dem kein anderes Projekt gehostet wird und genügt somit höchsten Leistungsansprüchen. Bei dieser Hostingform stehen alle Ressourcen des Servers zu 100% dem Webmaster zur Verfügung. Weil der Server verwaltet wird, entfällt auch hier wie beim Managed vServer das Verwalten des Betriebssystems und aller benötigten Webdienste. Ebenso entfällt das Einspielen von Sicherheitsupdates et cetera.

Root Server

Der Root Server bildet die Spitzenklasse des klassischen Web-Hostings, sowohl was Flexibilität als auch Performance anbelangt. Der Root Server bietet wie der Managed Server beste Leistung mit dem grundlegenden Unterschied, dass die Funktionalität und Aktualität der auf dem Servers installierten Software vollständig in der Hand des Webmasters liegt, was einerseits den Vorteil hat, dass die Gestaltungsfreiheit größer ist als bei managed Systemen, anderseits aber der Aufwand der Administration durch den Webmaster höher ist, was im Gegensatz hierzu bei managed Systemen vom Hoster erledigt würde.

Cloud

Eine weitere Möglichkeit die eigene Webseite zu hosten liegt in der Cloud. Die größten Anbieter sind z.B. Amazon AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure. Die besonderen Vorteile von Cloudlösungen sind:

  • Skalierbarkeit,
  • Load Balancing und
  • Erweiterbarkeit.

Besonderheiten

Einige Anbieter bieten Ihren Kunden teilweise vorinstallierte Softwarepakete von beliebten Softwarepaketen auf Ihren Servern an. Diese Softwarepakete sind z.B. Blogsysteme wie WordPress, Drupal, Typo3 etc. oder Shopsysteme wie Shopware, Prestashop et cetera. Für Anfänger kann eine solche vorinstallierte Software mögliche Hürde einer Neuinstallation überspringen, so dass sofort mit dem Einstellen von Artikeln begonnen werden kann. Ein Vergleich der Softwareauswahl kann sich durchaus lohnen. Während einige Hoster lediglich einfachste Software für kleinere Seiten mithilfe eines Baukastensystems anbieten, so bieten hochwertige Hostingangebote leistungsstarke Installationen, die keine Wünsche offen lassen. Anhand dieser Angebote lässt sich auf die Leistungsfähigkeit der Systeme schließen. Aus Erfahrung findet man solche Angebote in den Bereichen Shared Hosting und Managed vServer.

SEO Faktoren

  • Eine eigene IP-Adresse für SEO von Vorteil sein, weil ein „bad neighborhood“ dadurch vermieden wird. Die IP-Adresse wird exklusiv nur von Ihrer Webseite genutzt.
  • Die Ladezeit ist einer der SEO Faktoren für gutes Ranking. Google möchte, dass Webseiten schnell ausgeliefert werden, damit Besucher nicht abspringen. Zur Optimierung der Webseite gehört neben der Contentoptimierung auch ein leistungsstarkes Hosting. Eine geringe First-Byte-Time und umfangreiche Möglichkeiten beim Caching ermöglichen eine gute Pagespeed und verbessern dadurch die Qualität Ihres Webprojekts
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